Kaukasushirsch – Auch Kaukasusmaral oder Maral genannt

KaukasushirschDer Kaukasushirsch – auch Kaukasusmaral oder Maral (Cervus elaphus maral) gehört zu der Tiergattung der Rothirsche und damit wiederum zu den sogenannten echten Hirschen. Er lebt vorwiegend im Kaukasus, in Anatolien und südlich vom Kaspischen Meer. Der Kaukasushirsch verfügt über ein recht großes und anmutendes Geweih aus sehr vielen Zweigungen. Auf den hier aufgeführten Bildern ist der Hirsch ohne seinem mächtigen Geweih fotografiert worden.

Fakten: Kaukasushirsch 
Lebensraum KaukasushirschUnterordnung: Wiederkäuer
Familie: Hirsche (Cervidae)
Familie: Edelhirsche (Cervus)
Lebensraum: Kaukasus, Anatolien und südlich des Kaspischen Meeres
Körper: Wuchshöhe bis zu 2,10 Meter mit einem Gewicht von mehr als 100 Kg
Nahrung: Pflanzen und Gräser mit einem Volumen von bis zu 25 Litern je Tag

Spezifische Bezeichnungen beim Kaukasushirsch

Kaukasushirsch ohne GeweihDie weiblichen Kaukasushirsche werden allgemein wie beim Rotwild üblich als Hirschkuh, seltener auch noch als Hindin bezeichnet. Ein Jungtier trägt die Bezeichnung „Kalb“. Eine Hirschkuh, die bereits einmal trächtig war und bereits Nachkommen in die Welt gesetzt hat, wird als Alttier betitelt. Weibliche Kaukasushirsche die sich im zweiten Lebensjahr befinden und noch keinen Nachwuchs gesetzt haben, werden landläufig als Schmaltiere bezeichnet. Ist eine Hirschkuh unfruchtbar oder sehr alt, so nennt man diese Tiere GELTTIERE.

Männliche Kaukasushirsche (wie allgemein bei der Gattung von Rotwild) bezeichnet man generell als Hirsch. Jungtiere, deren Geweihe noch ohne jegliche Verästelungen sind, werden als SPIEßER bezeichnet. Je nach Geweihentwicklung unterscheidet man die Klassifizierung als auch die Benennung. Vom Sechser bis zum Achter. Hat der Hirsch mindestens drei Enden an seinen Enden der Vorjahresstangen, so trägt er offiziell einer Krone und wird daher als Kronenhirsch betitelt.

Als Decke bezeichnet man beim Kaukasushirsch sein Fell. Hierbei wird noch in den Unterformen von Sommerdecke bzw. Winterdecke gesprochen. Die Augen beim Kaukasushirsch sind die „Lichter“ und seine Ohren werden offiziell als „Lauscher“ bezeichnet. Der Wedel stellt den Schwanz des Hirsches dar und die Paarzeit wird BRUNFT genannt. Die sodann brünftigen Kaukasushirsche RÖHREN während dieses Phase lauthals was auch über größere Distanzen hinaus durchaus noch zu hören ist.

Körpergröße und Gewicht beim Kaukasushirsch

Die Körpergröße und das Gewicht beim Kaukasus unterliegen diversen Schwankungen. Generell ist davon auszugehen, dass ein männlicher Hirsch im Schnitt bis zu 15 Prozent über dem Gewicht der Hirschkuh angesiedelt ist. Ebenfalls auf den Durchschnitt bezogen bringt es der Kaukasushirsch auf eine Körpergröße von bis zu 210 Zentimetern bei einem Gewicht, welches im Schnitt bei um die 110 Kilogramm liegt.

Der Kaukasushirsch verfügt – wie auch der verwandte Rothirsch – über eine weite und breite Brust. Sein Hals ist eher schlank erschlossen und auf diesem sitzt ein relativ schmaler Kopf. Die Schwanzlänge variiert zwischen etwa 10 und 25 Zentimetern. Die Augen sind beim Kaukasushirsch mittelgroß angeordnet. Seine Ohren sind in ihren Verlauf relativ zugespitzt. Die Wirbelsäule verläuft geradlinig gestreckt. Sich bedroht fühlende Kaukasushirsche flüchten in einem recht schnellen Lauf. Sie verfügen hierbei über eine entsprechend veranlagte Form der Ausdauer. Im normalen Fortbewegungsalltag traben die Hirsche.

Das Gebiss des Kaukasushirsches verfügt über 34 Zähne. Allerdings hat er in seinem Oberkiefer keinerlei Schneidezähne. Anstelle dieser befinden sich auf der Kieferseite der Eckzahn und drei angegliederte Vorbackzähne als auch drei Backenzähne. Der Unterkiefer ähnelt dem Aufbau vom Oberkiefer, allerdings mit den hier zusätzlich angebrachten Schneidezähnen. Zunächst handelt es sich wie beim Menschen um ein Gebiss aus Milchzähnen. Über den Zeitraum bis zum Alter von in etwa 25 Monaten werden sie nach und nach durch die regulär durchstoßenden Zähne ersetzt.
Der Kaukasushirsch besitzt eine Vielzahl an Duftdrüsen. Diese Drüsen sind für die sozialen Beziehungen im Leben des Hirsches unverzichtbar. Alle Hirsche die über ein Geweih verfügen, besitzen eine Voraugendrüse. Sie sondern ein streng riechendes und braunes Sekret in Form von HIRCHTRÄNEN ab. Durch Reiben an Bäumen und Büschen markiert der Hirsch damit sein Revier. Zusätzlich verfügt der Kaukasushirsch noch über die Metatarsalogan Drüse. Diese ist an den Außenseiten der Hinterläufe des Hirsches angebracht. Damit kann der Kaukasushirsch seine Duftmarken im bodennahen Bereich abstreifen.

Das Haarkleid beim Hirsch

Kaukasushirsch im WaldAuch die Farbe beim Haarkleid variiert. Sie hängt vom Alter, dem Geschlecht und den Jahreszeiten ab. Zweimal im Jahr wechselt der Kaukasushirsch seine Fellfarbe. Einzig seine Tasthaare um sein Maul sind von diesem Wechsel ausgenommen. Das Sommerfell glänzt durch einen eher rotbraunen Farbton. Das Winterfell pendelt sich dann zwischen gelbgrauer und graubrauner Farbgebung ein. Das Winterfell ist ein sehr dichtes und struppiges Fell, welches sich deutlich vom Sommerfell abhebt. Auch bezüglich der Länge der Haare gibt es einen eindeutigen Unterschied. Das Haarkleid im Winter trägt pro Haar eine im Durchschnitt doppelte Länge. Beim Kalb sind die Haare in ihrer Farbgebung immer rotbraun mit einer integrierten weißen Fleckgebung. Diese weißen Flecken verlieren sich im Regelfall, können gelegentlich aber auch bei älteren Hirschen noch in milderer Form in Erscheinung treten. In ganz seltenen Ausnahmefällen finden sich in der Wildbahn auch rein weiße Tiere wieder.

Das Geweih vom Maral

Je nach Alter des Kaukasushirsches wirft dieser sein Geweih einmal im Jahr ab. Kurz darauf bildet sich jedoch bereits ein neues. Dieses Prozedere erstreckt sich über eine Dauer von bis zu 4,5 Monaten. Umso älter der Kaukasushirsch ist, desto früher wirft er das Geweih ab. Das Gewicht der Knochengeweihe kann übrigens bis zu fünf Kilogramm betragen.

Stimme – Töne in verschiedensten Tonlagen

Der Kaukasushirsch kann mit seiner Stimme allerlei Töne und Tonlagen erzeugen. Der berühmteste Laut stellt sicherlich das Röhren, insbesondere in der Brunftzeit dar. Ein Kaukasushirsch Kalb gibt auch beim Säugevorgang einige Geräusche ab. Es handelt sich dabei um kurze Bettellaute, die im immer gleichen Rhythmus wiederkommen. Fühlt sich ein Kalb bedroht, so gibt es klagend laute Töne von sich. Eine Hirschkuh ist in der Lage am Tonlaut eines Kalbes ihre eigenes Kind zu identifizieren.

Sinne – Ausgeprägter Geruchssinn

Die Sinne sind beim Kaukasushirsch ausgesprochen intensiv ausgebildet. Insbesondere sein Geruchssinn ist nahezu unschlagbar. Seine Nasenschleimhäute sind mit einer Vielzahl von Riechzellen überzogen und ausgestattet.

Der Kaukasushirsch läuft sehr gerne entgegen dem Wind um so einen Geruchssinn noch besser einsetzen zu können. Der Kaukasushirsch ist damit in der Lage, beispielsweise einen Menschen bereits bis auf mehrere hundert Meter Entfernung wahrzunehmen.

Auch die Augen beziehungsweise die Sehsinne sind sehr gut ausgeprägt. Durch die seitliche Ausrichtungen seiner großen Pupillen kann der Kaukasushirsch ohne auch nur im Ansatz seinen Kopf drehen oder bewegen zu müssen, bereits ein weites Feld in seinem Umfeld wahrnehmen. Auf Bewegungen reagiert der Kaukasushirsch ganz besonders intensiv. Auf stillstehende Dinge hingegen kann er bei Weitem nicht so gut reagieren und diese entsprechend schlechter wahrnehmen. Die großen schwarzen Augenpupillen sorgen beim Kaukasushirsch auch für ein deutlich ausgeprägtes Dämmerungssehen.

Die Ohren kann ein Kaukasushirsch unabhängig voneinander bewegen. Die Hirsche sind in hierdurch in der Lage sehr zielgenau festzustellen woher gewisse Geräusche herkommen. Dabei lernt der Kaukasushirsch im Laufe der Zeit diverse Arten von Geräuschen als ungefährlich zu interpretieren und sich diese abzuspeichern.

Ein Kaukasushirsch SICHERT mit seinen Sinnen. Darunter versteht man den gleichzeitigen Einsatz drei seiner Sinne. Hierbei überprüft er mit Augen, Ohren und Nase ob etwaige Gefahren in seiner Nähe aufzuspüren sind. Dabei kommt seine gesamte Körperhaltung in einen Spannungszustand. Dieser soll im Gefahrenfall ein sofortiges Flüchten ermöglichen.

Nahrung – Nahrung von durchschnittlich 25 Liter Fassungsvermögen

Der Kaukasushirsch nimmt ein erhebliches tägliches Nahrungsvolumen auf. Im Schnitt liegt dieses über 25 Litern. Er nimmt hierbei nahezu alle ihm in der Natur zur Verfügung stehenden Pflanzen und Gräser als Nahrungsquelle auf. Hierzu zählen zum Beispiel Rinden, beinahe alle Gräserarten und Früchte.

Erwerb von Nahrung

Abgesehen von der Brunftzeit bestiment die Nahrungsfindung und das Fressverhalten den eigentlichen Tagesablauf des Kaukasushirsches. Fachlich bezeichnet man dies als ÄSEN. Bis zu zehn Stunden täglich ist der Kaukasushirsch mit Äsen beschäftigt. Diese Phasen wechseln sich ab mit Ruhephasen, in denen der Hirsch beispielsweise vor sich hindöst.

Zunächst kaut der Kaukasushirsch seine Nahrung nur ein wenig an. Während der täglichen Ruheperiode würgt er diesen Nahrungsbrei dann zunächst einmal erst wieder hoch und kaut diesen dann erneut. Dieses Kauen und Wiederkäuen kann sich mehrfach am Tag wiederholen. Der Vorgang endet erst, wenn dem Hirsch die Nahrung fein genug geworden ist. Die fein gemahlene Nahrung gelangt dann zunächst in den Blättermagen des Kaukasushirsches. Von da aus wird sie erst weitergeleitet in seinen Labmagen. Dort angekommen beginnt nun der eigentliche Verdauungsprozess.

Die Lebensweise des Marals

Der Kaukasushirsch ist ein sehr soziales Lebewesen und daher auch in die Kategorie Rudeltier anzusiedeln. Die Kaukasushirsche lieben ihren Lebensstandort und die jeweilig zusammenlebenden Rudel verlassen diesen im Regelfall auch nicht und halten sich zeitlebens immer am gleichen Ort auf. Ausnahme: Kommt es zu einer starken Unruhe oder Beeinträchtigung ihres Standortes dann ziehen die Rudel auch einmal weiter. Die Rudelgröße variiert je nach Größe ihres ausgesuchten Lebensraumes. Dabei kann es zu Rudelgrößen kommen die durchaus einmal 200 bis 300 Hirsche ausmachen kann. In Einzelfällen wird diese Anzahl sogar noch deutlich überschritten. Unterschieden wird noch zwischen dem Kahlwildrudel (Zusammensetzung aus Mutterfamilien) und dem Hirschrudel (männliche Artgenossen)

Brunft und Paarung beim Kaukasushirsch

Die Hormongebung ist hauptverantwortlich für die Brunftzeit. In dieser Phase lösen sich die älteren und männlichen Tiere vom Rudel und beginnen die Kahlwildrudel aufzusuchen. Um dorthin zu gelangen kann der Kaukasushirsch auch Distanzen von bis zu 100 Kilometern zurücklegen.

Beginnt die Brunft halten sich anfänglich noch mehrere Hirsche dort auf. Es kommt zu Machtkämpfen, so das letzten Endes nur noch ein Hirsch übrig ist. Dieser Hirsch wird offiziell als Platzhirsch betitelt. Andere in der weiteren Umgebung noch aufzufindende Hirsche bezeichnet man hingegen als die sogenannten Beihirsche. Der Platzhirsch markiert sein eigenes Brunftgebiet sehr intensiv durch Urin und Drüsensekrete. Der Geruch ist dabei äußerst streng und kann hierdurch auch gelegentlich von den Menschen vernommen werden.

Der brünftige Hirsch folgt den ebenso brünftigen Kühen mit langgestrecktem Kopf. Sollte eine Kuh aus dem Rudel paarungsbereit sein, so signalisiert sie dies durch eine Haltung mit gekrümmtem Rücken. Ihr Kopf wird darüber hinaus leicht eingezogen und die Hinterbeine angewinkelt. Vor dem Paarungsvorgang leckt der Kaukasushirsch zunächst erst die Scheidenregion der Kuh. Anschließend findet die eigentliche Deckung statt. Er umfasst mit festem Halt und seinen vorderen Läufen die Kuh. Just während des nun folgenden Samenergusses lässt der Hirsch von der Kuh ab, indem er sich mit seinen Hinterbeinen vom Boden wegstößt.

Hirsche nehmen einen gekrümmten Rücken immer als „paarungsbereit“ war. Sollte es daher aus Verletzungsgründen dazu kommen, dass ein männlicher Kaukasushirsch eine krümmende Haltung aufweist, ist es durchaus möglich das ein brünftiger Hirsch aufgrund der – falschen – Signalwirkung auch auf einen männlichen Hirsch zum Deckungsversuch aufsteigt. Dies ist keine Seltenheit.